CBD ‒ Was ist das überhaupt?

CBD ‒ Was ist das überhaupt?

CBD ‒ was ist das und wie wirkt es?

CBD (Cannabidiol) ist ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze ‒ ein pflanzliches “Cannabinoid” – ein Phytocannabinoid. Ein Cannabinoid wiederum ist eine chemische Substanz, die im Nervensystem an Cannabinoid-Rezeptoren andocken kann. Alle Säugetiere, Fische und Weichtiere produzieren von Natur aus körpereigene Cannabinoide, die den Phytocannabinoiden strukturell sehr ähnlich sind. Unsere körpereigenen Cannabinoide sind Teil des Endocannabinoid-Systems. Dieses ist an unserem Gesundheitserhalt, an gewissen Genesungsprozessen und folglich auch an unserer Gemütslage beteiligt. Die wissenschaftliche These lautet in etwa: Von außen zugeführte Cannabinoide stimulieren das körpereigene Endocannabinoid-System, das einen Ausgleich der ausgeschütteten Botenstoffe anstrebt. Durch die Entdeckung dieses körpereigenen Systems hat sich das Verständnis der Wissenschaft von CBD und anderer Phytocannabinoide enorm erweitert und weiterführende Forschung angeregt. Was genau ist die Grundlage dessen? Wir versuchen, das mal bildlich zu erklären.

Das menschliche Nervensystem durchzieht den ganzen Körper des Menschen. Da die Aufgabe des Nervensystems ist, eine Art “Rohrpost” für alle Arbeitsgruppen des menschlichen Körpers zu liefern, ist es auch an einem Großteil der im Körper ablaufenden Prozesse beteiligt. Diese “Rohrpost” funktioniert als ein kompliziertes System von “Rohren” (Nervenzellen). Eine Information wird bspw. in einer Herzmuskelzelle verfasst und dann Richtung Gehirn losgeschickt. Damit sie ankommen kann, muss die Information von “Rohr” zu “Rohr” weitergegeben werden. Da es sich allerdings nicht um eine Notiz auf einem Blatt Papier handelt, ist der Weg der Übertragung komplex. Viele Prozesse wirken an der Signalübertragung mit. Einer davon ist die Informationsübertragung mittels Transmitter. Transmitter sind chemische Substanzen, wie u. a. Cannabinoide es sind, die in unserem Beispiel der “Rohrpost” die Information von einem Rohr zum Nächsten weitergeben. Das geschieht, indem Transmitter sich nach dem Schlüssel-Schloss- Prinzip in den einzig für sie geeigneten Rezeptor einfügen. Damit wird eine Reihe weiterer chemischer Prozesse verursacht, die in der Informationsweiterleitung durch das nächste “Rohr” der “Rohrpost” resultieren. Es gibt viele verschiedene Transmitter und viele verschiedene Rezeptoren. Durch Einwirken auf Eigenschaften oder Verfügbarkeit von Transmittern und Rezeptoren an “Rohrübergängen”, kann die Weiterleitung von Informationen verstärkt oder geschwächt werden.

Das Endocannabinoidsystem ist der Teil des menschlichen Nervensystems, in dem Cannabinoide als Signalüberträger wirken. Dabei werden Cannabinoide je nach Ursprung in körpereigene, pflanzliche und synthetische Cannabinoide unterschieden. CBD ist ein pflanzliches Cannabinoid, da es aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Um zu verstehen, wie Cannabinoide im menschlichen Körper wirken, ist es aufschlussreich, die Funktion des Endocannabinoidsystems nachzuvollziehen.

Das Endocannabinoid-System besteht aus drei Teilen: den Cannabinoid-Rezeptoren, den körpereigenen Cannabinoiden mit Signalfunktion sowie aus Enzymen, die für die Synthese und den Abbau von Endocannabinoiden verantwortlich sind.

Der Einfluss des Endocannabinoidsystems schlägt sich auf viele Bereiche der Körperfunktion nieder: u. a. Schmerzhemmung, Gedächtnisleistung, Bewegung, Zellwachstum und Nahrungsaufnahme.

Die zentrale Aufgabe des Endocannabinoidsystems ist es, die Aktivität anderer Botenstoffe im Körper zu beeinflussen und auf ein ausgeglichenes Niveau zu regulieren. Ermöglicht wird dies über die Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2.

Die CB1-Rezeptoren befinden sich vorwiegend im zentralen Nervensystem. Sie zählen zu den zuständigen Rezeptoren für geistige Leistungsfähigkeit, Motorik und Schmerzwahrnehmung. Die CB2-Rezeptoren befinden sich in Zellen des Immun-, des Verdauungs- und des Fortpflanzungssystems. Es wird vermutet, dass CB2-Rezeptoren eine bedeutende Rolle bei der Regulation und Modulation des Immunsystems spielen. Die Existenz eines oder mehrerer weiterer Cannabinoidrezeptor-Typen wird vermutet.

Während CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem konzentriert sind, kommen CB2-Rezeptoren gleichmäßig über den gesamten Körper verteilt vor. Die ebenfalls im ECS beteiligten Enzyme sind für die optimale Zusammensetzung verantwortlich, wodurch ein korrektes Zusammenspiel gewährleistet wird.

Es handelt sich also um ein internes System, welches bestimmte Funktionen im Körper reguliert. Dazu gehören unter anderem wichtige Funktionen wie Emotionen, Erholung und Schmerzempfinden. Um dies besser zu verstehen, sollten wir die beiden “Schlüssel” des Endocannabinoid-Systems ein wenig genauer betrachten:

CB1-Rezeptoren

Die CB1-Rezeptoren wurden 1990 entdeckt und befinden sich hauptsächlich im Kleinhirn. Weitere Rezeptoren sind aber auch in der Muskulatur, dem Magen-Darm-Trakt und im Fettgewerbe anzutreffen und haben Einfluss auf die Motorik und die Durchblutung. Weitere Funktionen von CB1-Rezeptoren sind die Verarbeitung unseres Gedächtnisses, die Regulierung von Schmerzempfinden und das Empfinden von Freude und Euphorie.

CB2-Rezeptoren

CB2 wurden etwas später, erst 1993, entdeckt und sind über den gesamten Körper verteilt. Sie befinden sich im Immunsystem, den weißen Blutkörperchen, aber auch im Gehirn, wobei ihre Anzahl dort deutlich geringer als die der CB1-Rezeptoren ist. Wissenschaftler bringen CB2-Rezeptoren mit der Regulation des Immunsystems in Zusammenhang. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich durch die Aktivierung von CB2-Rezeptoren der Krankheitsverlauf bei neurologischen Erkrankungen positiv beeinflussen lässt.

Überblick: Welche Cannabinoide gibt es? Was sind Terpene?

Welche Cannabinoide gibt es?

CBD (Cannabidiol) ist ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze ‒ ein “Cannabinoid”. Ein Cannabinoid wiederum ist eine chemische Substanz, die im Nervensystem an Cannabinoid-Rezeptoren andocken kann. Der Teil des Nervensystems, in dem Cannabinoide wirken, heißt Endocannabinoidsystem. Der Einfluss des Endocannabinoidsystems schlägt sich auf viele Bereiche der Körperfunktion nieder: u. a. Schmerzhemmung, Gedächtnisleistung, Bewegung, Zellwachstum und Nahrungsaufnahme.

Die bekanntesten Cannabinoide sind u. a. THC (Delta-9-Tetrahydrogencannabinol), CBD (Cannabidiol), CBN (Cannabinol), CBG (Cannabigerol) und CBC (Cannabichromen)1. Es folgt ein kurzer Überblick:

CBD (Cannabidiol)

CBD (Cannabidiol) erobert zurzeit die Medizin und Lifestyle-Welt bis in den letzten Winkel. Das lange übersehene therapeutische Potential von CBD rückt immer mehr ins Rampenlicht der Forschung und der Medien.

CBD ist nicht psychoaktiv, wirkt also nicht berauschend. Studien deuten auf die Wirksamkeit von CBD als Ergänzung zur Behandlung verschiedener Beschwerden u. a. bei kindlicher Epilepsie (Dravet-Syndrom), Schizophrenie und multipler Sklerose hin.

Die Wirkung von CBD ist der von THC entgegengesetzt und kann Nebenwirkungen von THC abschwächen. CBD kann u. a. neuroprotektiv, angstlösend und entkrampfend wirken.

CBN (Cannabinol)

CBN ist ein relativ unbekanntes Cannabinoid, das selten Erwähnung in der Literatur findet. Es entsteht größtenteils als Metabolit, z. B. wenn THC und Sauerstoff aufeinandertreffen, weswegen ältere Cannabis häufig höheres CBN-Gehalt aufweist.

CBN wirkt leicht psychoaktiv, also auch leicht berauschend. Die Studienlage zu CBN ist rar, aber vorhanden. Die Relevanz von CBN in der Krebs-Therapie wird momentan diskutiert. [Zhong, N. (2020). Cannabinol inhibits proliferation and induces cell cycle arrest and apoptosis in glioblastoma, hepatocellular carcinoma and breast cancer cells. University of Lethbridge (Canada).] CBN könnte u. a. Schmerzen lindern, Brechreiz hemmen und beruhigen. Auch Hinweise auf eine antibakterielle, neuroprotektive, appetitanregende und entzündungshemmende Wirkung von CBN liegen vor.

CBG (Cannabigerol)

Auch Cannabigerol ist weniger bekannt als das Star-Cannabinoid CBD. CBG kommt in allen Cannabispflanzen vor, ist allerding meist in geringer Konzentration vorhanden, da es sich schnell in andere Cannabinoide umwandelt. CBG hat keine psychoaktive bzw. berauschende Wirkung.

Unsere Literaturrecherche fand zu CBG seit 2017 etwa 2100 Studien. Die meisten dieser Studien sind Tierstudien und somit sind die Ergebnisse nur bedingt auf den Menschen übertragbar. Es gibt jedoch viele Hinweise auf die therapeutische Potenz von CBG bei u. a. bei entzündlichen Darmerkrankungen (Kienzl, Storr & Schicho, 2020), Karies (Aqawi, Sionov, et al., 2021) und Krebs (Lah, Novak, et al, 2021). Aufrufe zu Forschung an menschlichen Versuchspersonen sind das Fazit solcher Studien.

CBG kann nach Erkenntnissen von [Aqawi, Sionov, Gallily, Friedman und Steinberg] antibakteriell, entzündungshemmend und neuroprotektiv wirken. [(2021). Anti-Bacterial Properties of Cannabigerol Toward Streptococcus mutans. Frontiers in Microbiology, 12, 922.]

CBC (Cannabichromen)

Zu Cannabichromen und dessen Wirkung ist wenig bekannt. Auch die Forschung hat dem Cannabinoid bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. CBC liegt häufig und zu höheren Anteilen in Cannabispflanzen vor. Es entsteht aus dem Vorgängercannabinoid CBG. Berauschend wirkt CBC ‒ genau wie CBG ‒ nicht.

CBC wird nachgesagt, eine entzündungshemmende, schmerzstillende und stimmungsaufhellende Wirkung zu haben.

THC (Tetrahydrocannabinol)

THC (Tetrahydrocannabinol) ist der Teil von Cannabis, dem die Stigmatisierung der Pflanze im vorigen Jahrhundert zugrunde lag. Nennenswerte Mengen von THC liegen nur in Cannabis sativa vor, v. a. in den unbefruchteten weiblichen Blüten.

THC wirkt berauschend und fällt deswegen unter das Betäubungsmittelgesetz. Das therapeutische Potential von THC ist bereits etablierter Gegenstand der Forschung. Sowohl pflanzliches THC als auch synthetische Analogika (Dronabinol) sind Bestandteile der Krebstherapie und werden bei gewichtsverlustassoziierten Erkrankungen von AIDS-Patienten eingesetzt. Als Therapeutikum bei Glaukom, Morbus Crohn, Tic-Störungen und vielen weiteren Krankheitsbildern wird THC zurzeit erprobt. THC kann appetitanregend, krampflösend, schmerzstillend und übelkeitslindernd wirken.

Die Cannabispflanze enthält also neben CBD noch über 110 weitere Phytocannabinoide. CBD zeigt zwar den größten medizinischen Nutzen, doch auch andere Inhaltsstoffe der Cannabispflanze haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Zum Teil zeigen sie ähnliche Wirkungen, die allerdings häufig auf unterschiedliche Weise erreicht werden. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Cannabinoide können bestimmte Wirkungen verstärkt werden. Einzelne Cannabinoide sind deutlich besser erforscht als andere. Hier ist in den nächsten Jahren mit einem Zugewinn an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu rechnen.

Was Sind Terpene?

Auch sog. Terpene (oder auch Terpenoide), die sowohl in Cannabis als auch in anderen Pflanzen und vorkommen, begünstigen die Wirkung von Cannabinoiden im Endocannabinoidsystem. Die über 8000 bekannten Terpene sind Substanzen, die aus verschiedensten Pflanzen gewonnen werden. In ihrer chemischen Struktur gehören sie zu den Alkoholen.2 Terpene haben therapeutische Wirkung gezeigt und könnten den Einsatz der Phytocannabinoide womöglich verbessern, indem sie bspw. die Aufnahme von CBD befördern, eventuelle Nebenwirkungen abschwächen, die Verfügbarkeit im Körper regulieren, einzelne Wirkungsmechanismen verstärken oder bakterielle Schutzmechanismen überwinden. Die Interaktion dieser Pflanzenstoffe und die daraus resultierenden Wirkungsweisen werden als Entourage-Effekt bezeichnet.

Die bekanntesten Terpene sind Limonen, Linalool, β-Caryophyllen, Pinen und Myrcen ‒ es folgt ein kurzer Überblick.

Wie wirken Cannabinoide und Terpene?

Limonen

Cannabinoide in Verbindung mit Limonen können eine allgemeine Stimmungsaufhellung fördern. Limonen unterstützt womöglich die Aufnahme anderer Terpene (u.a. von Cannabinoiden) durch die Haut und durch anderes Körpergewebe. Außerdem kann es das Wachstum vieler Pilz- und Bakterienarten hemmen und die gezielte Gewichtsabnahme unterstützen. CBD kann appetithemmend wirken und gewichtsförderndes und herzschädigendes weißes Fett in braunes Fett umwandeln. Braunes Fett verbrennt Kalorien, statt sie (wie weißes Fett) zu speichern. Limonen ist u.a. enthalten in Orange, Zitrone, Limette, Bergamotte, Kümmel, Minze.

Linalool

Cannabinoide in Verbindung mit Linalool haben laut Studien eine verstärkte beruhigende und entspannende Wirkung. Linalool wird seit Jahrhunderten als Schlafmittel eingesetzt. Das Terpen aktiviert die Immunzellen über spezifische Rezeptoren und kann es im Allgemeinen stärken. In Untersuchungen konnte Linalool durch seine potentiell entzündungshemmende Wirkung zur Verlangsamung und Umkehrung der Alzheimer-Krankheit beitragen. Linalool ist u.a. enthalten in Lavendel, Basilikum, Bergamotte.

β-Caryophyllen

β-Caryophyllen ist das einzige bekannte Terpen, welches mit dem Endocannabinoid-System interagiert und auch außerhalb von Cannabis zu finden ist. Es könnte potentiell entzündungshemmende Eigenschaften haben und den Körper vor oxidativem Stress schützen, welcher das Altern beschleunigt und nach Ansicht zahlreicher WissenschaftlerInnen zudem die Entstehung von Krankheiten begünstigt. β-Caryophyllen ist u.a. enthalten in Schwarzem Pfeffer, Lavendel.

Pinen

Cannabinoide in Verbindung mit Pinen könnten eine verstärkte konzentrationsfördernde Wirkung haben. In der traditionellen chinesischen Medizin wurde Pinen als Anti-Krebsmittel eingesetzt. Pinen ist u.a. enthalten in griechischem Bergtee.

Myrcen

Cannabinoide in Verbindung mit Myrcen könnten eine verstärkte beruhigende und entspannende Wirkung haben. Myrcen gilt als pflanzliches Muskelrelaxans und Beruhigungsmittel. Darüber hinaus kann Myrcen den Sättigungsgrad des CB1-Rezeptors erhöhen, wodurch die potentiellen Wirkungen von Cannabinoiden erhöht werden könnten. Myrcen ist u.a. enthalten in Weihrauch.

Quelle:

  1. https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/ cannabinoide-rezeptoren-2032592
  2. https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/terpene-1541

CBD & THC, was ist der Unterschied?

THC (Tetrahydrocannabinol) ist das bekannteste unter den Cannabinoiden und genießt einen zweifelhaften Ruf. Es berauscht und ist somit der Anteil von Cannabis, der sich von den anderen Cannabinoiden maßgeblich unterscheidet. Nicht zuletzt, weil THC verboten ist, ist es in Deutschland illegal. Doch warum ist THC so derart verpönt, während sich CBD immer mehr allgemeiner Beliebtheit erfreut?

Der wichtigste Unterschied zwischen THC und CBD ist die psychoaktive Wirkung von THC. CBD ist nicht psychoaktiv wirksam und löst demzufolge keinen Rausch aus. Aus diesem Grunde ist CBD auch freiverkäuflich, während der Verkauf von THC untersagt ist. Handelsübliche CBD-Erzeugnisse dürfen den THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten, da sie sonst unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Abgesehen vom psychoaktiven Potential unterscheiden sich THC und CBD in ihrer Wirkung. Das therapeutische Potential von THC ist bereits etablierter Gegenstand der Forschung. Sowohl pflanzliches THC als auch synthetische Analogika (Dronabinol) sind Bestandteile der Krebstherapie und werden bei gewichtsverlustassoziierten Erkrankungen von AIDS-Patienten eingesetzt. Als Therapeutikum bei Glaukom, Morbus Crohn, Tic-Störungen und vielen weiteren Krankheitsbildern wird THC zurzeit erprobt. Das therapeutische Potential von CBD ist noch nicht ansatzweise erforscht. Bisher dokumentierte Anwendungsbereiche von CBD sind Neuroprotektion, Angstlösung, Schmerzlinderung und Entkrampfung. Zu den in Deutschland zugelassenen Medikamenten mit CBD als Wirkstoff gehören beispielsweise Epidyolex® und Sativex®. Epidyolex® wird gegen kindliche Epilepsie (Dravet-Syndrom) eingesetzt. Sativex® beinhaltet sowohl CBD als auch THC und wird bei Spastiken im Rahmen einer multiplen Sklerose angewandt.

Weiterhin unterscheiden sich THC und CBD in ihren Nebenwirkungen. Ein Beispiel illustrieren Arkell, Vinckenbosch, Kevin, et al. (2020) in ihrer randomisierten Doppelblindstudie. Sie untersuchten den Einfluss von THC-dominantem und CBD-dominantem Cannabis auf die Fahrtauglichkeit. Dabei betrachteten sie Fahrabweichungen in Form von Spurwechsel, Ausweichen und Überkorrektur der Fahrbahn. Die Ergebnisse zeigten, dass die Fahrtauglichkeit der ProbandInnen nach dem Konsum von THC-dominantem Cannabis signifikant abnahm, wogegen zwischen CBD-dominantem Cannabis und Placebo kein Unterschied festgestellt wurde.

Im Beipackzettel von Epidyolex 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen, dessen Wirkstoff CBD (Cannabidiol) ist, sind als häufigste Nebenwirkungen das Gefühl von Müdigkeit oder Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Fieber und Erbrechen aufgezählt. Zu häufigen Nebenwirkungen von Cannabis zählen laut der Techniker Krankenkasse Müdigkeit, Schwindel, Herzrasen, Blutdruckabfall, ein trockener Mund, verwaschene Sprache, reduzierter Tränenfluss, Muskelentspannung, ein gesteigerter Appetit und eine Bandbreite psychischer Symptome.

Ein praxisbezogener Unterschied zwischen THC und CBD liegt in der legalen Zugänglichkeit der beiden Wirkstoffe. So muss bei THC-haltigen Medikamenten, im Gegensatz zu rein CBD-haltigen Präparaten, zusätzlich zur ärztlichen Verordnung meist eine Genehmigung durch die Krankenkassen vorliegen. Diese wird in einem oftmals wochenlang andauernden Verfahren bei der Krankenkasse eingeholt.

Obwohl sich die Wirkung von THC und CBD auf den menschlichen Körper stark unterscheidet, sind sich die Substanzen chemisch sehr ähnlich. Sie sind sogenannte “Isomere”, bestehen also aus den gleichen Atomen, nur in unterschiedlicher Anordnung.

Welche Darreichungsformen von CBD gibt es?

Bei den Darreichungsformen gelte es laut Katja Wohlers (Techniker Krankenkasse, 11.12.2019) zwischen medizinischen Präparaten einerseits und freiverkäuflichen Produkten andererseits zu unterscheiden. Medizinische Präparate müssen vom Arzt verordnet werden und enthalten i. d. R. mehr Cannabinoide als CBD. Diese sind in Apotheken in Form von Mundspray, oral einzunehmenden CBD-Kapseln oder öliger Tropfen sowie Cannabisblüten erhältlich. Das Mundspray ermöglicht eine Aufnahme der Wirkstoffe über die Mundschleimhaut und ein Einsetzen der Wirkung nach 15 – 60 Minuten für 4 – 6 Stunden. Bei oraler Anwendung setzt die Wirkung graduell nach etwa einer halben bis zwei Stunden ein und hält etwa 6 – 8 Stunden (Leinow und Birnbaum: Heilen mit CBD. 2019, riva Verlag). “Eine Therapie mit THC- und CBD-basierten Rezepturen sollte bei der geringsten Dosierung beginnen und langsam aufdosiert werden”, so zitiert das Ärzteblatt den Berliner Apotheker Dr. Dennis Stracke.

Vorsicht ist bei der Medikation mittels Blüten geboten, da einerseits die Menge und das Verhältnis der Cannabinoide je nach Sorte und Anbaugebiet stark variieren. Andererseits müssen die Cannabinoide in Blüten vor der Einnahme erhitzt werden. Sie können inhaliert oder als Tee eingenommen werden. Hierbei ist die Einnahme in Teeform jedoch nicht zu empfehlen, da sich Cannabinoide sehr schlecht in Wasser lösen und der Tee sehr lange kochen muss. Zur Inhalation eignet sich besonders ein Verdampfer, der die Cannabisblüten bei über 185 Grad Celsius verdampfen lässt. Die Inhalation hat den Vorteil des sofortigen Einsetzens der Wirkung für 2 – 4 Stunden (Leinow und Birnbaum, 2019).

Die freiverkäuflichen CBD-Produkte dürfen einen THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten, da sie sonst unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Weiterhin ist der Verkauf von Blüten und Ölen zum Verzehr nicht zugelassen. Hier bietet sich die Anwendung topisch, also durch Auftragen auf die Haut, an. Dafür geeignet sind Salben, Öle, Cremes und Lotionen, die auf die Stelle der Beschwerde aufgetragen werden. Sinnvoll ist die topische Anwendung von CBD bei solchen Krankheiten, die maximal einen Zentimeter unter der Hautoberfläche liegen. Die Wirkung setzt hierbei nach 15 Minuten für etwa 2 – 4 Stunden ein.

Eine weitere Möglichkeit der oberflächlichen Anwendung von CBD ist in Form von Pflastern oder Gels, die CBD über die Haut in den Blutkreislauf abgeben. Diese wirken nach 15 Minuten und je nach Produkt 4 Stunden (Gel) oder 12 Stunden (Pflaster). Die Auswahl der Darreichungsform sollte sich nach Beschwerdekomplex, individuellen Faktoren und Präferenz richten (Leinow und Birnbaum, 2019).

Wieso haben EU-Nutzhanfsorten unterschiedlich hohe CBD-Gehalte?

Verschiedene Produkte derselben Kategorie weisen unterschiedliche CBD-Gehalte auf. Vornehmlich bei CBD-Blüten finden wir geringe und vergleichsweise sehr hohe CBD-Anteile. Auch einzelne Chargen derselben Sorte variieren in den Cannabinoidwerten. Doch weshalb ist das so?

  1. Das Züchten von Hanf ist eine wirkliche Aufgabe. Die Aufgabe wird genau dann zur Kunst, wenn dieselbe Sorte stabil über Jahre gezüchtet und angebaut werden soll.
  2. Das Verhältnis von THC zu CBD und von CBD zu THC ist nicht beliebig. Demnach spielt der gesetzlich vorgeschriebene THC-Gehalt des Vertriebslandes eine entscheidende Rolle für den CBD-Gehalt. Die unterschiedliche Gesetzeslage innerhalb der EU sorgt also dafür, dass in manchen Ländern (Österreich, Luxemburg) der auf natürlichem Wege erzielbare CBD-Gehalt bei max. 9% liegt, in den meisten Ländern der EU bei max. 6% CBD.
  3. Gute Werte für das Verhältnis THC zu CBD sind bei natürlichem Anbau von EU-Nutzhanf derzeit 1:20 bis 1:30. Das bedeutet, dass maximal der dreißigfache Anteil von CBD zum zugelassenen THC-Grenzwert erzielt werden kann. In Deutschland wären das bei einem Grenzwert von < 0,2% THC ideal gerechnet max. 6% CBD.

Weshalb gibt es dennoch Anbieter, die Sorten mit 18% CBD bewerben?

In nahezu allen EU-Ländern gibt es aktuell keine einheitlichen Rahmenbedingungen zur Sicherung von Qualitätsstandards. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Blüten mit CBD-Isolaten behandelt, die allerdings eine sehr geringe Bioverfügbarkeit aufweisen. Natürlich gewachsene, unbehandelte Cannabinoide besitzen die höchste Bioverfügbarkeit.

Wie wird CBD-Hanf angebaut?

Die Hanfpflanzen, aus denen CBD gewonnen werden soll, wachsen natürlich nicht einfach so in der Landschaft. Zertifizierte Hanfbauern (und hoffentlich auch ein paar BäuerInnen) haben sich europaweit genau auf ihren Anbau spezialisiert. Wie es in der Landwirtschaft üblich ist, gibt es auch im Fall von Hanf Qualitätsunterschiede zwischen den Bauern und Herstellern. Ein hochwertiges CBD-Produkt steht und fällt mit sauberen Böden, ökologischen Ansprüchen und rechtlich einwandfreien Ernteerträgen.

Die EU hat 63 landwirtschaftliche Hanfsorten festgelegt, die mit einer Sonderlizenz angebaut werden können. Deren CBD-Gehalt kann stark variieren. Üblicherweise schwankt der Wert zwischen 0,5% und maximal 4%. Dabei befindet sich der höchste Anteil des wertvollen Cannabinoids in den Trichomen, also in den Blütenpollen der weiblichen Hanfpflanzen. Diese dürfen laut Gesetz in Deutschland einen THC-Wert von maximal 0,2% aufweisen, andernorts gelten andere Richtwerte, in der Schweiz beispielsweise maximal 1,0% THC.

Es wird zwischen den Anbaumethoden Outdoor, Indoor und Greenhouse unterschieden.

Outdoor

Spricht man von Outdoor-Growing, bedeutet das, dass die Hanfpflanzen draußen, auf großen Feldern unter maximal natürlichen Umweltbedingungen gezüchtet werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Zum einen haben die Wurzeln und zum anderen die Pflanzentriebe selbst viel Platz, sich auszubreiten. Voraussetzung ist ein sauberer, fruchtbarer Boden, der frei von Pestiziden und anderen Verunreinigungen ist.

Der größte Gewinn des Outdoor-Growings liegt jedoch beim Licht. Die Hanfpflanze liebt natürliches Sonnenlicht und belohnt eine perfekte Standortwahl mit zügigem Wachstum und üppigen Blüten, wobei sie ihr volles genetisches Potenzial wunderbar entfalten kann. Für die Wachstumsphase braucht die Hanfpflanze mindestens 18 Stunden Licht pro Tag. Um Blüten auszubilden, genügen später weniger als 15 Stunden. Deshalb tritt die Blütephase in Mitteleuropa meist Ende Juni ein und kann sich bis in den Herbst hineinziehen.

Das Outdoor-Growing ist allen voran die kostengünstigste und ökologischste Anbaumethode, da Licht, Wind und Regen von Natur aus zur Verfügung stehen. Der Nachteil: Das Klima lässt sich nicht beeinflussen, sodass zu viel Regen (Schimmel) oder zu niedrige Temperaturen den Pflanzen zu schaffen machen könnten. In diesen Fällen ist es nicht unwahrscheinlich, dass nur ein schlechtes oder gar kein Ernteresultat erzielt werden kann.

In der Regel werden Outdoor-CBD-Sorten mit etwas geringerem CBD-Gehalt gezüchtet, so zum Beispiel das beliebte “Black Domina”.

Indoor

Indoor-Growing bietet vor allem: Sicherheit und volle Kontrolle. Züchtet man die Hanfpflanzen in Innenräumen, kann man beliebig Einfluss auf alle Faktoren nehmen, die zu einer erfolgreichen Ernte beitragen. Dazu gehört eine Raumtemperatur von 15-24 Grad Celsius, intensive zyklische Belichtung in Wellenlängen, die den Bedürfnissen der Pflanzensorten gerecht werden (meist rot, blau und violett), eine akkurate Wasserzufuhr, angemessene Luftbewegung und Ventilation sowie die richtige Feuchtigkeit im Raum. Hinzu kommt, dass die zugeführte Luft gefiltert und so von Krankheitserregern und Schädlingen befreit werden kann. Obendrauf können hydroponische (nährstoffhaltige) und organische Zusatzstoffe gezielt eingesetzt werden, um auf Wirkstoffgehalte und Aroma Einfluss zu nehmen. Besonders neuartige Kreuzungen von verschiedenen Cannabissorten fühlen sich Indoor am wohlsten.


Die absolute Kontrolle, die einem das Indoor-Growing bietet, kann dann zum Nachteil werden, wenn man es etwas zu gut meint: Gerade bei Düngemitteln ist große Vorsicht in Sachen Dosierung geboten. Insbesondere bei der Düngung mit Stickstoff, einem essentiellen Nährstoff für die Wachstumsphase der Cannabispflanze, kann ein Zuviel zu Vergiftungserscheinungen der Pflanzen führen, die man gerade Indoor nicht so schnell wieder loswird.

Das Züchten von Hanf wird genau dann zur Kunst, wenn dieselbe Sorte stabil über Jahre gezüchtet und angebaut werden soll. In der Regel eignen sich CBD-Sorten mit hohem CBD-Gehalt, zum Beispiel Super Lemon Haze (Link?) für das Indoor-Growing.

Greenhouse

Greenhouses gibt es in unterschiedlichen technologischen Ausführungen. Sie sind sowohl in Form von einfachen Plastikhütten wie als Hightech-Glaspaläste bei Herstellenden von EU-Nutzhanf vorzufinden. In ihnen sind stabile Temperaturen und direktes Sonnenlicht garantiert. Im Greenhouse für Hanfpflazen wird das natürliche Sonnenlicht gezielt auf die Pflanzen gerichtet, was nicht nur die Blüten schneller sprießen lässt, sondern auch ein volles und natürliches Terpen-Profil unterstützt. Das Ergebnis sind CBD-Blüten in Premiumqualität.

Anders als beim Indoor-Growing, wo Licht aufwendig und kostenintensiv künstlich erzeugt wird, wird beim Greenhouse-Growing etwas ökologischer und nachhaltiger gewirtschaftet. Der Nachteil: Auch bei dieser Methode ist man stark vom Klima abhängig und kann nicht ganzjährig für reiche Ernte sorgen.

In der Regel gibt es Hersteller, die sich auf das Greenhouse-Growing spezialisiert haben. Es erfordert einige Erfahrung und Expertise, da technische Parameter immer wieder auf das natürliche Klima abgestimmt werden müssen.

Apropos Ernte:

Der optimale Zeitpunkt für die Ernte ist anhand des Blütenstadiums der jeweiligen Sorte zu ermitteln. Wenn die Zeit gekommen ist, verändert die Blüte ihre Gestalt: Der darin versteckte Blütenstempel sollte sich von weiß in ein rötliches Braun verwandeln und kleine Harzkugeln – die sogenannten Trichome – sollten sichtbar werden. Wenn diese sich goldgelb verfärben, ist Erntezeit.

Im Anschluss werden die Pflanzen einem Extraktionsverfahren (Link?) unterzogen, ehe sie in unabhängigen Laboren geprüft und zertifiziert (Link?) werden. Nach Abfüllen und Labeln landen sie dann im Shop (Link?) Deines Vertrauens. Und beim nächsten Besuch weißt Du dann mit Sicherheit, was sich hinter Outdoor, Indoor und Greenhouse verbirgt.

Woran erkenne ich qualitativ hochwertige CBD-Blüten?

Hanf ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen der Menschheitsgeschichte. Bereits die Urvölker machten erste positive Erfahrungen mit der Wirkung der Cannabispflanze. Sie erfreut sich nach jahrzehntelanger Prohibition einer Renaissance, die spürbar durch die Gesellschaft geht. Viele Akteure begegnen der Hanfpflanze im 21. Jahrhundert immer noch mit großer Skepsis, obwohl die Forschung das Potential dieser traditionellen Nutz- und Heilpflanze heute beinahe in ihrer ganzen Dimension erfassen kann.

CBD-Blüten erfreuen sich einer unglaublichen Sortenvielfalt. Erfahrene Farmer und Züchter produzieren seit Jahren hochwertige CBD-Sorten für den Vertrieb in der gesamten EU. Es gelten hierbei die gesetzlichen Bestimmungen der jeweiligen Vertriebsländer.

Woran erkenne ich qualitativ hochwertige CBD-Blüten?

  • keine Samen und möglichst wenige Stängel
  • intensiver Duft
  • dichte Trichomen-Struktur
  • leicht klebrig
  • nicht allzu trocken

Weshalb haben verschiedene Sorten von CBD-Blüten unterschiedliche Farben?

  • Boden-, Licht- und Temperaturverhältnisse als entscheidende Parameter
  • spezifische Genetik jeder einzelnen Sorte
  • Farbe variiert von orange-dunkelgrün bis hellgrün

Das Züchten von Hanf ist eine wirkliche Aufgabe. Die Aufgabe wird genau dann zur Kunst, wenn dieselbe Sorte stabil über Jahre gezüchtet und angebaut werden soll.

Wie verhalte ich mich als NutzerIn aktuell am besten?

In unterschiedlichen EU-Vertriebsländern gelten unterschiedliche Grenzwertbestimmungen. Zudem ist die CBD-Branche sehr jung. In der CBD-Brache sind momentan einige fragwürdige Akteure auszumachen, die das Vertrauen der VerbraucherInnen missbrauchen. Demnach ist es nicht ausgeschlossen, dass die von Dir erworbenen CBD-Blüten einen zu hohen THC-Gehalt aufweisen.

In jedem Fall sollte ein seriöser Händler gewählt werden. CBD-Blüten müssen in Deutschland einen THC-Gehalt unter 0,2% aufweisen. Demnach solltest Du einen Händler wählen, der die Analysezertifikate öffentlich zugänglich gestaltet. Um sicher zu gehen, dass die Zertifikate nicht gefälscht sind, wähle einen Händler, dem Du vertraust.

Aussehen, Geruch, Haptik und die Zertifizierung sind die entscheidenden Gesichtspunkte, unter denen der Kauf von CBD-Blüten erfolgen sollte. Weniger entscheidend ist der CBD-Gehalt. Natürlich gewachsene, unbehandelte Cannabinoide besitzen die höchste Bioverfügbarkeit.

Marihuana, Hanf und Cannabis im Nomenklaturdschungel

Marihuana, Haschisch, Hanf, Nutzhanf, Cannabis: So viele Begriffe scheinbar für dieselbe Pflanze. Wo liegen die Unterschiede zwischen Marihuana und Cannabis, was ist Nutzhanf und wozu sagt man nochmal Haschisch? Der folgende Überblick bringt Licht ins Dunkel.

Cannabis kann als Begriff zweierlei verwendet werden. Einerseits bezeichnet Cannabis in der Botanik die Pflanzengattung der Hanfpflanze und kann weiter in Unterarten der Pflanze untergliedert werden. Andererseits dient Cannabis in der Umgangssprache als Überbegriff für Rauschmittel, die aus der Cannabispflanze hergestellt werden.

Hanf ist die deutsche Bezeichnung der Pflanzengattung Cannabis. Im Gegensatz zu seiner lateinischen Entsprechung entbehrt der Begriff jedoch der Assoziation zum Rauschmittel.

Hänfling ist in der Ornithologie der Name eines in Deutschland beheimateten Singvogels. In der Umgangssprache wird unter Hänfling eine Person von schwächlichem Körperbau (vgl. zum Hanfstängel) verstanden.

Haschisch ist gepresstes Harz und wird aus den Blütenblättern der Hanfpflanze hergestellt. Es wird geraucht ‒ legalerweise mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent.

Marihuana stellt das Gegenstück zu Hanf dar, indem es eine Bezeichnung für die aus Cannabis gewonnene Rauschmittelklasse ist. Dafür fehlt Marihuana die Verwendung fernab der Rauschmittelassoziation.

Medizinalhanf bezieht sich auf Cannabis, dass ausschließlich zu medizinischen Zwecken angebaut, verarbeitet und angewendet wird.

Nutzhanf entspricht Hanf, der nicht zum Verzehr, sondern zur Verwendung aufgrund seiner Fasereigenschaften genutzt wird. Er spielt beispielsweise im Bau-, Textil- und Zellstoffsektor eine Rolle. In vielen Bereichen der Produktion bietet sich Nutzhanf als sinnvolle, umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Herstellungsmethoden und Rohstoffen an.

CBD – der Markt, die Regulierung (und deren Herausforderungen)

Während CBD den Markt erobert, wird der Kunde mit der Einschätzung des neuen Wundermittels allein gelassen. Der Markt wird von Artikeln überschwemmt, die Linderung für eine Vielzahl an Leiden versprechen. In Form von Nahrungsergänzungsmitteln, Kaugummi, Ölen, als Zusatz in Kosmetika und Snacks ist CBD allgegenwärtig. Laut Hazekamp (2018) dominiert CBD vor allem als Öl das Angebot, wobei der Verkauf die Spannbreite des selbstständigen Kleinstanbieters bis hin zum internationalen Konzern umfasst. Ebenso unterschiedlich sind die Herstellungswege der CBD-Produkte. Während ein Anteil der Produkte aus häuslicher Produktion stammt, werden die meisten CBD-Blüten im EU-Ausland agrarwirtschaftlich produziert. Dabei variiert nicht nur die Qualität der Inhaltsstoffe beträchtlich, sondern auch die Lagerungs- und Transportbedingungen. Diese wiederum schlagen sich auf die Qualität des Endproduktes nieder. Die Kontrolle des CBD-Marktes obliegt sowohl internationalen Instanzen wie der WHO (World Health Organization), aber auch nationalen Institutionen wie beispielsweise in Deutschland der Verbraucherzentrale. Da CBD in Deutschland laut des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht als Lebensmittel zugelassen ist, werden CBD-Produkte auch nicht mit den Maßstäben an Lebensmittel kontrolliert. So kommt es immer wieder zu Betrug auf dem CBD-Markt. Sascha Watterkotte (Deutscher Hanfverband) berichtet von zwei derartigen Fällen: “Während [das Hanfsamenöl von RubaXX] durch seinen Preis und durch den Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken vielen Menschen suggeriert, ein CBD-Öl zu sein, werfen bei den Kannaway-Produkten Labormessungen massive Zweifel am tatsächlichen CBD-Gehalt auf.”

Die Forschung braucht Gelder und Zeit, um ein belastbares Urteil über die Wirksamkeit und sachgemäße Anwendung von CBD zu fällen. Längst haben sowohl Produzenten als auch Konsumenten das Potential von CBD erkannt. Doch die Angebotsspanne umfasst nicht nur qualitativ einwandfreie CBD-Produkte, sondern auch solche, die sich den Hype um CBD zu Nutze machen, um mangelhafte Ware zu veräußern. Ohne eine Regulation des CBD-Marktes mittels unabhängiger Laboranalysen und transparenter Kontrollen wird der Verbraucher am CBD-Markt gefährdet bleiben.

Hanf ist eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen der Welt. Seit einem Jahrhundert ist sie dennoch der Prohibition ausgesetzt. Erste Hinweise auf die Verwendung von Cannabis in der europäischen Volksmedizin rühren aus den Zeiten des ersten Kreuzzugs (1096-1099). Bis ins 19. Jahrhundert wurde es gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt: gegen Migräne, rheumatische und bronchiale Erkrankungen, epileptische Anfälle, Schlafstörungen und Neuralgien. Noch 1950 waren in Europa über 100 unterschiedliche Cannabismedikamente zugelassen. Doch dann folgte die Kehrtwende und Cannabis wurde mehr und mehr durch synthetische Arzneimittel verdrängt, bis Cannabis als Betäubungsmittel deklariert und verboten wurde. Bis heute ist es der Hanfbranche kaum möglich, ihre Kunden angemessen zu informieren ‒ das verhindert die Rechtslage. Das Ärzteblatt (EB/may/hib/aerzteblatt.de vom 21.06.21) berichtet vom Einsatz der FDP für eine Kehrtwende der Politik im Umgang mit Cannabis. Ähnlich wie in den Niederlanden soll Cannabis in Apotheken und lizensierten Fachgeschäften zu Genusszwecken verkäuflich sein. Ein solcher Schritt brächte nicht nur mehr Möglichkeiten transparenter und sachlicher Aufklärung zu Cannabis, dessen sachgemäßer Anwendung und dem therapeutischen Potential von Cannabinoiden. Auch, so der Sozialwissenschaftler Heino Stöver, würde so ein Schritt gegen die immer stärkere Kriminalisierung von Konsumenten getan, die “vor allem junge Leute mit destruktiver Härte [trifft], mit teils dramatischen Folgen in ihrem sozialen Umfeld.”

Trotz rechtlich erschwerter Informationsfreiheit zu Hanfprodukten, gibt es Unternehmen, die der Aufklärung von Hanfprodukten nahestehen und als Pioniere des europäischen Hanfmarktes agieren. Einen vereinfachten Einstieg in den Hanfmarkt ermöglicht Cantourage ‒ ein Unternehmen, dass Produzenten von Medinizinalhanfprodukten den Einstieg in den europäischen Markt vereinfacht. Cantourage setzt sich mit starker Stimme für eine Simplifizierung des europäischen Medizinalhanfmarktes ein, unter anderem auf der Cannabis Business Europe 2021 Conference in Frankfurt.

Ein jeder Markt braucht nicht nur Verkauf und Kundschaft, sondern auch Quellen informierter Selbstauskunft. Dieser Aufgabe wird auf dem CBD-Markt CannaTrust gerecht. CannaTrust gibt Interessierten und Konsumenten die Möglichkeit, sich mündig durch die Angebote auf dem Cannabis-Markt zu navigieren, in dem sie eine unabhängige Plattform für Nutzerbewertungen anbieten.

Zu guter Letzt findet die Stimme der Cannabiswirtschaft in Deutschland Erwähnung: Der Branchenverband Cannabiswirtschaft e. V. setzt sich gegenüber der Politik für die gesamte Branche ein. “Zu unseren Aufgaben soll die Mitarbeit in Fachräten/-ausschüssen der Ministerien sowie Anhörungen im Deutschen Bundestag oder der Bundesregierung gehören”, so der Verband über sich selbst.

Die vielseitige Nutzung von Hanf

Der Anbau der Hanfpflanze ist in den meisten Ländern aufgrund des potentiellen Missbrauchs als Rauschmittel untersagt. Das ist einerseits verständlich und andererseits sehr schade, denn trotz der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Vorteile, die Nutzhanf bietet, wird nur ein Bruchteil seines Potentials ausgeschöpft. Zahlreiche Industriezweige nutzen vornehmlich Rohstoffe, deren Produktion die Umwelt belastet.

In verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen könnte der sachgerechte Einsatz von Hanf als Rohstoff zu gesellschaftlichem Fortschritt beitragen. In der Zellulose- und Kunststoffgewinnung (Papier und Bioplastik) sowie in Energie- und Umweltsektoren (Biomasse und Phytosanierung) könnte die Cannabispflanze, die von „Natur aus wie Unkraut“ wächst, eine echte Alternative darstellen.

Im 19. Jahrhundert, vor nicht allzu langer Zeit, war der Einsatz der Hanfpflanze in vielen gesellschaftlichen Bereichen (Bau, Medizin, Textilverarbeitung) üblich oder denkbar. In anderen Bereichen (Energie, Papierherstellung) ist der Einsatz heute technologisch sinnvoll, jedoch noch nicht Konvention. Warum ist das so?

Der entscheidende Grund, weshalb die Hanfpflanze jedoch erst in diesem Jahrhundert in ihrem ganzen Potential zum Einsatz kommt, ist die Forschung, die erst heute in der Lage ist, die Pflanze ausreichend zu verstehen, um sie technologisch sinnvoll einzusetzen.

Warum wurde Cannabis verboten?

Die Geschichte des Verbots der Hanfpflanze ist in erster Linie auf die Stigmatisierung als Rauschmittel in den 1930er Jahren in den USA zurückzuführen. Hier ist der US-Außenminister Harry Anslinger als treibende Kraft zu erwähnen. Andererseits dominierten gerade in der Holz- und Ölindustrie im Europa des 20. Jahrhunderts ökonomische Interessenlagen, die eine umfassende Nutzung von Hanf verhinderten. Anslingers (durchaus sehr) rassistischen Motive und mutmaßliche Lobby-Interessen (Kunststoff auf Rohölbasis, Papier auf Holzbasis) ließen ihn rund 30 Jahre lang jede Maßnahme ergreifen, um Hanf verschwinden zu lassen. 1937 wurde der Cannabisbesitz durch sein unermüdliches Zutun schließlich offiziell verboten. Auf medizinische Cannabisprodukte wurde zusätzlich eine Steuer erhoben, bevor sie 1942 ebenfalls verboten wurden. 1947 wurde Anslinger Vorsitzender der UN-Drogenkommission, setzte durch das UN-Einheitsabkommen 1961 ein weltweites Cannabisverbot durch und besiegelte vorerst das “Ende” der vielversprechenden Nutzpflanze.

Die Geschichte des Verbots der Hanfpflanze ist also auf die Stigmatisierung als Rauschmittel, die bis heute eine ungemeine Dunkelziffer an sozialen Ausgrenzungsmechanismen zur Folge hat, zurückzuführen. Andererseits dominierten gerade in der Holz- und Ölindustrie im Europa des 20. Jahrhunderts ökonomische Interessenlagen, die eine umfassende Nutzung von Hanf verhinderten.

Der entscheidende Grund, weshalb Hanf jedoch erst in diesem Jahrhundert zunehmend zum Einsatz in verschiedenen Bereichen kommt, ist die Forschung, die heute in der Lage ist, die Pflanze grundsätzlich zu verstehen, um sie technologisch bestmöglich einzusetzen. Heute beginnen zahlreiche korporative wie institutionelle Akteure in einer jungen Branche aufklärend zu agieren. Die wissenschaftliche Datenlage zu Cannabinoiden im Verbund mit den vielseitigen Eigenschaften der Hanfpflanze muss eine regulierte Abgabe ermöglichen, die vornehmlich den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugutekommt.

Aktuelle Forschung zur Anwendung von CBD

CBD wird als Alternative oder Ergänzung der Medikation verschiedenster Krankheiten gehandelt. Das deutsche Ärzteblatt zitiert PD Dr. rer. nat. Eva Hoch, Leiterin der Forschergruppe Cannabinoide an der LMU Klinik Psychiatrie und Psychotherapie in München: “CBD könnte ein breites therapeutisches Potenzial besitzen, da es möglicherweise anxiolytische, antipsychotische, analgetische, antiinflammatorische, antioxidative und antikonvulsive Effekte aufweise.” Hinsichtlich der Wirksamkeit von CBD gibt es zwar erste Studien, aber noch keinen klinischen Konsens. So wird CBD u. a. bei Parkinson (Zuardi et al., 2009), Schizophrenie (McGuire et al., 2018), chronischem Schmerz und Schlafproblemen (Capano, Weaver and Burkman, 2020), generalisierter Angststörung (Crippa et al., 2011) und beim Dravet-Syndrom (Devinsky et al., 2019) verabreicht. Laut Sarris, Sinclair, Karamacoska, et al. (2020) gibt es Hinweise auf die Wirksamkeit von CBD beim Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Aufgrund mangelnder Forschung herrscht jedoch hinsichtlich adäquater Dosierung, Nebenwirkungen und Interaktion mit anderen Medikamenten Unsicherheit.

SANALEO – Hanf verstehen. Wirkung bewusst erleben.

Wir von SANALEO befinden Diversität und Nachhaltigkeit – (professionelle) Aufklärung und Wohlbefinden als zentrale Themen der heutigen Zeit. Durch bewusstes Marketing möchten wir ein Produkt erklären, das nach wie vor viele Fragen aufwirft. Viele Akteure begegnen der Hanfpflanze im 21. Jahrhundert immer noch mit großer Skepsis, obwohl die Forschung das Potential der traditionellen Nutz- und Heilpflanze heute beinahe in ihrer ganzen Dimension erfassen kann. Das hat Gründe, die diskutiert werden müssen.

An dieser Diskussion möchten wir als junges CBD-Unternehmen, das sich als Mitglied im Branchenverband für Cannabiswirtschaft engagiert, mitwirken. Unsere Auffassung: Mithilfe der vielversprechenden Datenlage beginnt die Gesellschaft zu verstehen, wie vielseitig die Cannabispflanze Wirkung zeigen kann. Unser Anspruch: Wir von SANALEO verstehen uns als ExpertInnen, die diesen Perspektivwechsel anstreben und Wissenstransfer liefern möchten.

In verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen kann der sachgerechte Einsatz von Hanf als Rohstoff zu gesellschaftlichem Fortschritt beitragen. In der Zellulose- und Kunststoffgewinnung (Papier und Bioplastik) sowie in Energie- und Umweltsektoren (Biomasse und Phytosanierung) könnte die Cannabispflanze, die von „Natur aus wie Unkraut“ wächst, eine echte Alternative darstellen.

An dieser Zuwendung möchten wir uns aktiv beteiligen. SANALEO ist mehr als ein Großhändler für CBD-Produkte. Wir verstehen uns als Lifestyle-Marke und gesellschaftlicher Akteur, der sich für die Themen Nachhaltigkeit und Diversität stark macht. Exzellenter Kundenservice und außerordentliche Produktqualität sind die Versprechen von SANALEO.

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