Übersicht: Die Cannabinoide der Hanfpflanze

Welche Cannabinoide gibt es?

CBD (Cannabidiol) ist ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze ‒ ein “Cannabinoid”. Ein Cannabinoid wiederum ist eine chemische Substanz, die im Nervensystem an Cannabinoid-Rezeptoren andocken kann. Der Teil des Nervensystems, in dem Cannabinoide wirken, heißt Endocannabinoidsystem. Der Einfluss des Endocannabinoidsystems schlägt sich auf viele Bereiche der Körperfunktion nieder: u. a. Schmerzhemmung, Gedächtnisleistung, Bewegung, Zellwachstum und Nahrungsaufnahme.

Die bekanntesten Cannabinoide sind u. a. THC (Delta-9-Tetrahydrogencannabinol), CBD (Cannabidiol), CBN (Cannabinol), CBG (Cannabigerol) und CBC (Cannabichromen)1. Es folgt ein kurzer Überblick:

CBD – Cannabidiol

CBD (Cannabidiol) erobert zurzeit die Medizin und Lifestyle-Welt bis in den letzten Winkel. Das lange übersehene therapeutische Potential von CBD rückt immer mehr ins Rampenlicht der Forschung und der Medien.

CBD ist nicht psychoaktiv, wirkt also nicht berauschend. Studien deuten auf die Wirksamkeit von CBD als Ergänzung zur Behandlung verschiedener Beschwerden u. a. bei kindlicher Epilepsie (Dravet-Syndrom), Schizophrenie und multipler Sklerose hin.

Die Wirkung von CBD ist der von THC entgegengesetzt und kann Nebenwirkungen von THC abschwächen. CBD kann u. a. neuroprotektiv, angstlösend und entkrampfend wirken.

CBN – Cannabinol

CBN ist ein relativ unbekanntes Cannabinoid, das selten Erwähnung in der Literatur findet. Es entsteht größtenteils als Metabolit, z. B. wenn THC und Sauerstoff aufeinandertreffen, weswegen ältere Cannabis häufig höheres CBN-Gehalt aufweist.

CBN wirkt leicht psychoaktiv, also auch leicht berauschend. Die Studienlage zu CBN ist rar, aber vorhanden. Die Relevanz von CBN in der Krebs-Therapie wird momentan diskutiert. [Zhong, N. (2020). Cannabinol inhibits proliferation and induces cell cycle arrest and apoptosis in glioblastoma, hepatocellular carcinoma and breast cancer cells. University of Lethbridge (Canada)]. CBN könnte u. a. Schmerzen lindern, Brechreiz hemmen und beruhigen. Auch Hinweise auf eine antibakterielle, neuroprotektive, appetitanregende und entzündungshemmende Wirkung von CBN liegen vor.

CBG – Cannabigerol

Auch Cannabigerol ist weniger bekannt als das Star-Cannabinoid CBD. CBG kommt in allen Cannabispflanzen vor, ist allerdings meist in geringer Konzentration vorhanden, da es sich schnell in andere Cannabinoide umwandelt. CBG hat keine psychoaktive bzw. berauschende Wirkung. Unsere Literaturrecherche fand zu CBG seit 2017 etwa 2100 Studien. Die meisten dieser Studien sind Tierstudien und somit sind die Ergebnisse nur bedingt auf den Menschen übertragbar. Es gibt jedoch viele Hinweise auf die therapeutische Potenz von CBG bei u. a. bei entzündlichen Darmerkrankungen (Kienzl, Storr & Schicho, 2020), Karies (Aqawi, Sionov, et al., 2021) und Krebs (Lah, Novak, et al, 2021). Aufrufe zu Forschung an menschlichen Versuchspersonen sind das Fazit solcher Studien. CBG kann nach Erkenntnissen von [Aqawi, Sionov, Gallily, Friedman und Steinberg] antibakteriell, entzündungshemmend und neuroprotektiv wirken. [(2021). Anti-Bacterial Properties of Cannabigerol Toward Streptococcus mutans. Frontiers in Microbiology, 12, 922.]

CBC – Cannabichromen

Zu Cannabichromen und dessen Wirkung ist wenig bekannt. Auch die Forschung hat dem Cannabinoid bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. CBC liegt häufig und zu höheren Anteilen in Cannabispflanzen vor. Es entsteht aus dem Vorgängercannabinoid CBG. Berauschend wirkt CBC ‒ genau wie CBG ‒ nicht. CBC wird nachgesagt, eine entzündungshemmende, schmerzstillende und stimmungsaufhellende Wirkung zu haben.

THC – Tetrahydrocannabinol

THC (Tetrahydrocannabinol) ist der Teil der Hanfpflanze, dem die Stigmatisierung der Pflanze im vorigen Jahrhundert zugrunde lag. Nennenswerte Mengen von THC liegen nur in Cannabis sativa vor, v. a. in den unbefruchteten weiblichen Blüten.

THC wirkt berauschend und fällt deswegen unter das Betäubungsmittelgesetz. Das therapeutische Potential von THC ist bereits etablierter Gegenstand der Forschung. Sowohl pflanzliches THC als auch synthetische Analogika (Dronabinol) sind Bestandteile der Krebstherapie und werden bei gewichtsverlustassoziierten Erkrankungen von AIDS-Patienten eingesetzt. Als Therapeutikum bei Glaukom, Morbus Crohn, Tic-Störungen und vielen weiteren Krankheitsbildern wird THC zurzeit erprobt. THC kann appetitanregend, krampflösend, schmerzstillend und übelkeitslindernd wirken.

Die Blüten der Cannabispflanze enthalten also neben CBD noch über 110 weitere Phytocannabinoide. CBD zeigt zwar den größten medizinischen Nutzen, doch auch andere Inhaltsstoffe der Cannabispflanze haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Zum Teil zeigen sie ähnliche Wirkungen, die allerdings häufig auf unterschiedliche Weise erreicht werden. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Cannabinoide können bestimmte Wirkungen verstärkt werden. Einzelne Cannabinoide sind deutlich besser erforscht als andere. Hier ist in den nächsten Jahren mit einem Zugewinn an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu rechnen.

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