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CBD-Blüten und Hanfblüten verdampfen: Die richtige Temperatur und was im Vaporizer passiert

CBD-Blüten und Hanfblüten verdampfen: Die richtige Temperatur und was im Vaporizer passiert

Leo

Sanaleo Redaktion · CBD-Expertise seit 2019

Beim Verdampfen entscheidet die Temperatur darüber, was aus der Blüte in den Dampf übergeht und wie schnell. Hier erfährst du, welche Temperatur sich für CBD-Blüten und Hanfblüten eignet, wie viel CBD im Dampf landet und worauf es beim Vaporizer ankommt.

Die Temperatur ist ein Regler, kein Schalter

Du hast einen Vaporizer vor dir und er will eine Zahl von dir. Im Netz findest du dazu Tabellen, die jedem Inhaltsstoff eine eigene Temperatur zuordnen. So einfach ist es nicht, aber kompliziert ist es auch nicht. Die Temperatur ist kein Schalter, der Stoffe an- und ausknipst. Sie ist ein Regler dafür, wie schnell etwas aus der Blüte in den Dampf übergeht. Wir zeigen dir, was Studien dazu gemessen haben. Was eine gute Blüte ausmacht, steht in unserem großen Ratgeber zu CBD-Blüten.

Was beim Verdampfen passiert

Ein Vaporizer erhitzt die Blüte, ohne sie zu verbrennen. Cannabinoide gehen dabei in den Dampf über. Das Pflanzenmaterial bleibt zurück.¹

In einer Studie von 2016 haben Forscher der Universität Bern fünf Vaporizer im Labor geprüft, mit einer THC-reichen und einer CBD-reichen Blüte. In ihrer CBD-Blüte lagen 85,8 Prozent des CBD als Säure vor, als CBDA.¹ Erst durch Wärme oder Licht wird daraus CBD. Fachleute nennen das Decarboxylierung.²

Diese Umwandlung braucht im Vaporizer nur Sekunden. In einer Arbeit von 2023 war sie bei 180 Grad nach 40 Sekunden fast abgeschlossen, bei 220 Grad schon nach 20 Sekunden. Gemessen wurde das an der Säureform des THC.³ Bei niedrigeren Temperaturen wandelte sich die CBD-Säure in einer Laborstudie mit Cannabisextrakten etwa halb so schnell um wie die THC-Säure.²

Welche Temperatur für CBD-Blüten?

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Eine einzige richtige Temperatur gibt es nicht. Empfohlen werden nach einer Übersichtsarbeit von 2023 typischerweise 160 bis 220 Grad, häufig um 180 Grad.³ Unsere Blüten sind dabei für höchstens 210 Grad bestimmt.

Was die Temperatur bewirkt, lässt sich in Zahlen fassen. Rechnerisch verdampft THC laut der Arbeit von 2023 mit je 20 Grad mehr knapp dreimal so schnell.³ Für CBD nennt sie keine eigene Zahl. Wir gehen davon aus, dass auch CBD mit steigender Temperatur deutlich schneller verdampft.

TemperaturWas dort gemessen wurde
170 GradSchlechtestes Verhältnis von Cannabinoiden zu Nebenprodukten in einer Leidener Studie.⁴
180 GradTHC-Säure nach 40 Sekunden fast vollständig umgewandelt. Monoterpene nach 20 Sekunden fast vollständig verdampft. Vom THC nach 40 Sekunden erst 20 Prozent verdampft.³
200 GradVerhältnis von Cannabinoiden zu Nebenprodukten signifikant besser als im Rauch einer Cannabis-Zigarette.⁴
210 GradIn vier elektrischen Geräten mindestens 94,6 Prozent der CBD-Säure umgewandelt. Je nach Gerät 51,4 bis 70,0 Prozent des CBD im Dampf.¹
220 GradTHC-Säure nach 20 Sekunden praktisch vollständig umgewandelt. Vom THC nach 40 Sekunden 50 Prozent verdampft.³

Die Werte stammen aus verschiedenen Studien mit unterschiedlichen Geräten und Blüten. Sie zeigen die Richtung und sind keine festen Grenzen. Wer das Aroma schmecken will, beginnt also im unteren Bereich. Wer die Cannabinoide zügig herausholen will, stellt höher ein, bei unseren Blüten bis höchstens 210 Grad.

Warum die Terpene zuerst gehen

Terpene sind deutlich flüchtiger als Cannabinoide. Bei 180 Grad verdampft Myrcen nach der Arbeit von 2023 mehr als 3500-mal so schnell wie THC, Linalool etwa 2200-mal so schnell. Im Versuch waren die Monoterpene, zu denen Myrcen gehört, nach 20 Sekunden fast vollständig aus der Blüte verschwunden. Der größte Teil der Terpene wird deshalb eingeatmet, bevor nennenswert Cannabinoide ankommen.³ Das dürfte erklären, warum die ersten Züge am stärksten nach der Sorte schmecken.

Die Arbeit räumt auch mit einem verbreiteten Irrtum auf. Für CBD kursieren Siedepunkte zwischen 160 und 180 Grad. Tatsächlich liegen die Siedepunkte der Cannabinoide „above 400°C, rather than about 160°C, as mistakenly stated in many users’ publications“ (Eyal et al., 2023, Abschnitt Conclusion),³ sinngemäß also über 400 Grad und nicht bei etwa 160 Grad, wie viele Ratgeber fälschlich schreiben. Verdampfen können Cannabinoide trotzdem, denn dafür muss ein Stoff nicht sieden.³ Mehr dazu steht im Ratgeber im Abschnitt zur Temperatur einzelner Terpene.

Wie viel CBD kommt im Dampf an?

Nicht alles, was in der Blüte steckt, landet im Dampf. In der Berner Studie kamen bei 210 Grad je nach Gerät 51,4 bis 70,0 Prozent des CBD im Dampf an. In der Blüte blieben bei den elektrischen Geräten 1,1 bis 11,3 Prozent zurück. Weitere 1,8 bis 18,7 Prozent schlugen sich im Gerät nieder.¹

Die Geräte unterschieden sich deutlich. Am meisten CBD lieferte ein Gerät ohne Kühlstrecke, das dafür recht heißen Dampf abgab. Ein Gerät mit kühlerem Dampf lieferte weniger.¹

Ein fünftes, gasbetriebenes Gerät ohne Temperaturregelung schnitt schlechter ab. Bei ihm fanden die Forscher Asche und sichtbaren Rauch, also Anzeichen einer Verbrennung.¹

So gehst du vor

In beiden Studien wurden die Blüten vor dem Verdampfen zerkleinert, einmal im Mörser und einmal mit einer Kaffeemühle.¹ ³ Zerkleinere deine Blüte also ebenfalls. Womit das am besten gelingt, steht in unserem Beitrag zum Zerkleinern von CBD-Blüten. Fülle die Kammer gleichmäßig und drück die Blüte leicht an, aber nicht zu fest. Stell die Temperatur ein und warte, bis das Gerät sie erreicht hat. Zieh dann langsam und gleichmäßig. Unser VOVA Plus heizt je Durchgang fünf Minuten und schaltet dann von selbst ab.

Dampf ist dünner als Rauch. Bei niedriger Temperatur siehst du oft wenig, obwohl schon Terpene übergehen. Ist die Blüte gleichmäßig braun und schmeckt nach nichts mehr, ist sie ausgeschöpft.

Welcher Vaporizer für Blüten?

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Bei den Geräten gibt es zwei Bauarten. Konvektionsgeräte leiten heiße Luft durch das Material, Konduktionsgeräte erhitzen die Wand der Kammer. Konvektion heizt gleichmäßiger. Konduktion ist meist kompakter und günstiger.

Entscheidend war in der Berner Studie die Temperaturregelung. Die elektrischen Geräte mit genau einstellbarer Temperatur wandelten die Säureformen fast vollständig um.¹

Unser VOVA Plus ist ein Vaporizer für Blüten im Taschenformat. Die Temperatur stellst du in Ein-Grad-Schritten zwischen 93 und 250 Grad ein. Die Edelstahlkammer fasst 0,7 Milliliter. Bleib bei unseren Blüten bei höchstens 210 Grad.

Verdampfen oder rauchen: Was Messungen zeigen

Beim Rauchen verbrennt die Blüte, beim Verdampfen nicht. Das lässt sich messen. In einer Studie aus San Francisco inhalierten 18 gesunde Erwachsene Cannabis als Zigarette und aus dem Vaporizer. Nach dem Verdampfen lag das Kohlenmonoxid in der Atemluft niedriger.⁵

Auch die Zusammensetzung unterscheidet sich. In der Leidener Studie enthielt der Dampf bei 200 Grad im Verhältnis zu den Nebenprodukten signifikant mehr Cannabinoide als der Rauch einer Cannabis-Zigarette.⁴

Kanadische Forscher halten in einem Kommentar von 2022 fest, dass Vaporizer Kohlenmonoxid und die Belastung mit mehreren Schadstoffen verringern können. Zugleich fordern sie Forschung zu den langfristigen Folgen.⁶ Ein Gesundheitsversprechen ist das Verdampfen also nicht.

Hitze ersetzt auch keine saubere Blüte. Forscher der US-Arzneimittelbehörde FDA erhitzten Cannabis 70 Sekunden lang bei 190 Grad im Vaporizer. Die Keimzahlen gingen dabei nicht statistisch gesichert zurück. Das Fazit der Forscher: Die übliche Erhitzung „may not eliminate the existing microbial bioburden“ (Sopovski et al., 2023, Abstract),⁷ sinngemäß beseitigt sie die vorhandene Keimbelastung also womöglich nicht. Eine verschimmelte Blüte gehört deshalb auch nicht in den Vaporizer. Woran du Schimmel erkennst, steht in unserem Beitrag CBD-Blüten und Hanfblüten richtig lagern. Worauf du sonst bei der Qualität achten kannst, steht im Ratgeber unter Woran erkennt man gute CBD-Blüten?

Geruch, Reste und Reinigung

Verdampfen riecht, aber anders als Rauch. Was du riechst, sind vor allem die Terpene. Mehr dazu steht im Ratgeber unter Riecht man das Verdampfen in der Wohnung?

Nach dem Verdampfen bleibt eine braune, trockene Blüte zurück. Sie ist weitgehend ausgeschöpft, wie die Zahlen oben zeigen. Entsorge sie.

Ein Teil der Cannabinoide schlägt sich im Gerät nieder, in der Berner Studie etwa im Kühlrohr eines Geräts.¹ Reinige Kammer und Mundstück deshalb regelmäßig nach der Anleitung des Herstellers. Wie das Schritt für Schritt geht, erklären wir im Beitrag zum Reinigen von Vaporizern. Beim VOVA Plus empfiehlt der Hersteller eine Reinigung spätestens nach jedem zehnten Gebrauch.

Verdampfen und Straßenverkehr

CBD-Blüten enthalten Spuren von THC. Verdampfen nutzt die Blüte gründlich aus. In einer Studie mit THC-haltigem Cannabis lag der höchste THC-Wert im Blut nach dem Verdampfen über dem nach dem Rauchen derselben Dosis. Die Forscher schreiben: „vaporizers appear to be a more efficient cannabis and THC delivery method“ (Spindle et al., 2018, Abschnitt Discussion).⁸ Sinngemäß scheinen Vaporizer also ein effizienterer Weg zu sein, Cannabis und THC aufzunehmen. Was das für den Straßenverkehr bedeutet, steht im Ratgeber unter Kann ich nach dem Verdampfen von CBD-Blüten Auto fahren?

Fazit

Beim Verdampfen ist die Temperatur dein wichtigster Regler. Niedrig eingestellt schmeckst du vor allem die Terpene. Höher eingestellt gehen die Cannabinoide schneller in den Dampf über. Für unsere Blüten gilt dabei die Grenze von 210 Grad. Ein Gerät mit einstellbarer Temperatur ist dafür die Voraussetzung, etwa unser VOVA Plus. Die passenden Sorten findest du in der Übersicht unserer CBD-Blüten, die Grundlagen in unserem großen Ratgeber.

Glossar

Weitere Begriffe rund um CBD-Blüten erklären wir in unserem Hanf-Lexikon.

BegriffBedeutung
CannabinoideStoffgruppe der Hanfpflanze, zu der CBD, CBG, CBN und THC gehören. Bekannt sind mehr als hundert davon.
CBDA (CBD-Säure)Säureform des CBD. In der Pflanze liegt CBD zunächst als CBDA vor.
DampfdruckMaß dafür, wie leicht ein Stoff bei einer bestimmten Temperatur in die Gasphase übergeht. Je höher der Dampfdruck, desto schneller verdampft der Stoff.
DecarboxylierungUmwandlung der Säureformen in die neutralen Cannabinoide durch Wärme oder Licht, etwa von CBDA zu CBD. Dabei spaltet sich Kohlendioxid ab.
KohlenmonoxidGiftiges Gas, das bei Verbrennung entsteht. In Studien dient es als Anzeichen dafür, dass etwas verbrannt ist.
Konvektion und KonduktionDie zwei Heizprinzipien im Vaporizer. Konvektion erhitzt mit heißer Luft, Konduktion über die beheizte Wand der Kammer.
MonoterpeneTerpene aus zwei Isopren-Bausteinen mit zehn Kohlenstoffatomen, etwa Myrcen und Limonen. Sie haben in der Regel die niedrigsten Siedepunkte der Terpene und verdampfen zuerst.
SiedepunktTemperatur, bei der der Dampfdruck eines Stoffes den Luftdruck erreicht und der Stoff zu sieden beginnt.
TerpeneDuftstoffe, die jeder Sorte ihren Geruch geben, etwa Myrcen, Limonen oder Linalool. Sie entstehen wie die Cannabinoide in den Trichomen.
THC (Tetrahydrocannabinol)Das berauschende Cannabinoid. In CBD-Blüten ist es nur in Spuren enthalten, die Grenze für Nutzhanf liegt in Deutschland bei 0,3 Prozent. In der Pflanze liegt es zunächst als Säure vor, als THCA.
VaporizerGerät, das Blüten so weit erhitzt, dass Cannabinoide und Terpene verdampfen, ohne dass etwas verbrennt.

Über diesen Beitrag: Seit 2019 dreht sich bei Sanaleo alles um Hanf. Für diesen Beitrag hat unsere Redaktion Fachliteratur und Erfahrung aus dem Handel zusammengeführt, unterstützt von künstlicher Intelligenz. Mehr dazu steht auf unserer Seite Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Sanaleo.

Quellen

  • ¹ Lanz, C., Mattsson, J., Soydaner, U. & Brenneisen, R.: Medicinal Cannabis: In Vitro Validation of Vaporizers for the Smoke-Free Inhalation of Cannabis, PLoS ONE 11(1):e0147286, Fachartikel (2016). https://doi.org/10.1371/journal.pone.0147286
  • ² Wang, M. et al.: Decarboxylation Study of Acidic Cannabinoids: A Novel Approach Using Ultra-High-Performance Supercritical Fluid Chromatography/Photodiode Array-Mass Spectrometry, Cannabis and Cannabinoid Research 1(1):262-271, Fachartikel (2016). https://doi.org/10.1089/can.2016.0020
  • ³ Eyal, A.M. et al.: Vapor Pressure, Vaping, and Corrections to Misconceptions Related to Medical Cannabis’ Active Pharmaceutical Ingredients’ Physical Properties and Compositions, Cannabis and Cannabinoid Research 8(3):414-425, Übersichtsarbeit mit eigenen Versuchen (2023). https://doi.org/10.1089/can.2021.0173
  • ⁴ Pomahacova, B., Van der Kooy, F. & Verpoorte, R.: Cannabis smoke condensate III: The cannabinoid content of vaporised Cannabis sativa, Inhalation Toxicology 21(13):1108-1112, Fachartikel (2009). https://doi.org/10.3109/08958370902748559
  • ⁵ Abrams, D.I. et al.: Vaporization as a Smokeless Cannabis Delivery System: A Pilot Study, Clinical Pharmacology & Therapeutics 82(5):572-578, Fachartikel (2007). https://doi.org/10.1038/sj.clpt.6100200
  • ⁶ Chaiton, M., Kundu, A., Rueda, S. & Di Ciano, P.: Are vaporizers a lower-risk alternative to smoking cannabis?, Canadian Journal of Public Health 113(2):293-296, Kommentar (2022). https://doi.org/10.17269/s41997-021-00565-w
  • ⁷ Sopovski, D.S. et al.: Investigation of microorganisms in cannabis after heating in a commercial vaporizer, Frontiers in Cellular and Infection Microbiology 12:1051272, Fachartikel (2023). https://doi.org/10.3389/fcimb.2022.1051272
  • ⁸ Spindle, T.R. et al.: Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults Who Infrequently Use Cannabis, JAMA Network Open 1(7):e184841, Fachartikel (2018). https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2018.4841