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Sanaleo
CBG-Blüten und CBN-Blüten: Was die Hanfblüten von CBD-Blüten unterscheidet

CBG-Blüten und CBN-Blüten: Was die Hanfblüten von CBD-Blüten unterscheidet

Leo

Sanaleo Redaktion · CBD-Expertise seit 2019

CBG-Blüten stammen von eigenen Hanfsorten. CBN-Blüten sind dagegen in aller Regel Hanfblüten mit zugesetztem CBN. Hier erfährst du, was hinter den beiden Cannabinoiden steckt, wie solche Blüten entstehen und was die Forschung bisher über CBG und CBN weiß.

Zwei Kürzel, zwei ganz verschiedene Geschichten

In Hanfshops stehen sie oft direkt nebeneinander: CBD-Blüten, CBG-Blüten und manchmal auch CBN-Blüten. Die Kürzel klingen nach drei Varianten derselben Sache. Hinter CBG und CBN stecken aber zwei ganz verschiedene Geschichten. Das eine steht in der Hanfpflanze ganz am Anfang, das andere entsteht erst, wenn etwas altert. Entsprechend unterschiedlich kommen die Hanfblüten zustande, die so heißen. Wir zeigen dir, wie viel CBG und CBN in einer Hanfblüte steckt. Die Grundlagen zur Blüte selbst findest du in unserem großen Ratgeber zu CBD-Blüten.

Was ist CBG?

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CBG steht für Cannabigerol. Es gehört wie CBD zu den Cannabinoiden der Hanfpflanze. Zum ersten Mal isoliert wurde es 1964 aus einem Haschisch-Extrakt.¹

In der Pflanze steht CBG am Anfang. Genauer gesagt ist es seine Säureform, die Cannabigerolsäure (CBGA). Sie ist die Vorstufe, aus der die Pflanze die Säureformen von CBD, THC und weiteren Cannabinoiden wie CBC bildet.¹ ² Wie das im Einzelnen abläuft, erklären wir im Exkurs unseres Ratgebers.

Das hat eine Folge für die fertige Blüte. Ein Teil der CBGA wird in die Säureformen anderer Cannabinoide umgebaut. Entsprechend wenig CBG bleibt übrig. Eine Übersichtsarbeit zu CBG von 2022 nennt den Gehalt im Hanf „very low (up to approx. 10% of the cannabinoid fraction)“ (Jastrząb et al., 2022, Abschnitt 4).¹ Sinngemäß ist er also sehr niedrig und liegt bei bis zu etwa 10 Prozent der Cannabinoide.

Wie entstehen CBG-Blüten?

Forscher teilen Hanfpflanzen nach ihren Cannabinoiden in fünf Chemotypen ein. Pflanzen vom Typ III enthalten viel von der Säureform des CBD und wenig von der des THC. Bei Typ IV ist CBGA das vorherrschende Cannabinoid.² CBD-Blüten stammen von Pflanzen des Typs III, CBG-Blüten von Pflanzen des Typs IV.

Ein Beispiel für eine CBG-Sorte ist Santhica 27. In einer Studie aus Italien wurde sie zusammen mit fünf weiteren Nutzhanfsorten drei Jahre lang angebaut. CBG machte bei ihr 70,8 Prozent der Cannabinoide aus, CBD 28,6 Prozent. Der THC-Gehalt lag bei allen sechs Sorten unter dem Grenzwert von 0,3 Prozent.³ Die 70,8 Prozent beschreiben den Anteil an allen Cannabinoiden und nicht den Gehalt der Blüte.

Warum solche Pflanzen bei der Vorstufe stehen bleiben, haben zwei Forscher in einer Arbeit von 2005 mit Kreuzungsversuchen untersucht. Stark CBG-betonte Pflanzen waren in verschiedenen Herkünften von Faserhanf gefunden worden, die Versuche gingen von einer davon aus. Die Forscher führen die Anreicherung von CBG auf eine Genvariante zurück, die in doppelter Ausführung vorliegen muss. Nach ihrer Einschätzung enthält diese Variante den Bauplan für „a CBD synthase isoform with greatly weakened substrate affinity and/or catalytic capacity“ (de Meijer & Hammond, 2005, Abstract).⁴ Sinngemäß ist das eine Form des CBD-bildenden Enzyms, die nur noch stark abgeschwächt arbeitet. Die Vorstufe wird deshalb kaum weiterverarbeitet und reichert sich an.⁴ Eine Arbeit von 2021 fand bei anderen CBG-Sorten Hinweise auf eine weitere Variante, die das THC-bildende Enzym betrifft.²

CBG-Blüten sind also keine nachbehandelten CBD-Blüten. Sie stammen von Sorten, die von sich aus vor allem CBG bilden. Bei uns ist das Golden Buddha, eine naturbelassene Indoor-Blüte mit bis zu 15 Prozent CBG. Was naturbelassen im Unterschied zu veredelt bedeutet, erklären wir im Ratgeber im Kapitel über Blüten mit 30 Prozent.

Was unterscheidet CBG von CBD?

CBG und CBD sind eng verwandt, denn beide gehen auf dieselbe Vorstufe zurück.¹ ² Der Unterschied liegt vor allem in der Menge. In den CBD-Sorten der Studie aus Italien machte CBD 85,1 bis 89,4 Prozent der Cannabinoide aus.³ CBG ist in solchen Pflanzen ein Nebenbestandteil. Erst in CBG-Sorten kehrt sich das Verhältnis um.

Ist CBG berauschend?

CBG wird in Fachartikeln als nicht berauschend beschrieben.¹ ³ Eine CBG-Blüte enthält neben CBG weitere Cannabinoide, in Spuren auch THC.

Was ist CBN?

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CBN steht für Cannabinol. Es war das erste Cannabinoid, das isoliert wurde. Das gelang Ende des 19. Jahrhunderts aus Haschisch. Seine Struktur wurde erst 1940 vollständig aufgeklärt.⁵

Anders als bei CBD und CBG ist für CBN kein eigener Bildungsweg in der Pflanze bekannt. Die Autoren einer Übersichtsarbeit zu CBN von 2022 nennen es im Verhältnis zu THC „a degradation artifact“ (Maioli et al., 2022, Abschnitt 1),⁵ sinngemäß also ein Abbauprodukt. Es entsteht vor allem, wenn THC an der Luft oxidiert.⁵

CBN gilt deshalb in vielen Studien als Zeichen für die Alterung von Cannabis. In einer Lagerstudie war es zu Beginn in keiner der beiden untersuchten Sorten nachweisbar. In der CBD-reichen Sorte lag es selbst nach einem Jahr unter 0,01 Prozent.⁶ Mehr dazu liest du in unserem Beitrag CBD-Blüten und Hanfblüten richtig lagern.

Wie kommt das CBN in eine CBN-Blüte?

Aus der Entstehung von CBN folgt etwas Wichtiges. CBN entsteht aus THC. Nutzhanf enthält davon nur sehr wenig. Eine Hanfblüte kann deshalb von sich aus kaum CBN bilden. Blüten, die als CBN-Blüten angeboten werden, sind in aller Regel Hanfblüten mit nachträglich zugesetztem CBN. Frag im Zweifel nach, wie das CBN in die Blüte gekommen ist.

Das Prinzip kennst du vielleicht von veredelten CBD-Blüten. Dort kommt zusätzliches CBD auf die bereits getrocknete Blüte. Bei CBN-Blüten wird auf diese Weise CBN aufgebracht. Wie das Veredeln abläuft, erklären wir im Ratgeber im Kapitel über Blüten mit 30 Prozent.

Ist eine CBN-Blüte berauschend?

Ob CBN beim Menschen berauschend wirkt, ist nicht abschließend geklärt. Eine Übersichtsarbeit von 2021 fasst den Stand so zusammen: „evidence demonstrating that CBN itself elicits cannabis-like effects in humans is mixed, with the majority of available evidence demonstrating a lack of such an effect“ (Corroon, 2021, Abstract).⁷ Sinngemäß sind die Belege für cannabisähnliche Effekte beim Menschen gemischt. Die Mehrheit spricht gegen einen solchen Effekt. Für die Frage, ob CBN die Wirkung von THC verstärkt, kommt die Übersichtsarbeit zum selben Ergebnis. Die Forschung zu CBN beschreibt der Autor als veraltet und begrenzt. Die meisten Studien am Menschen stammten demnach aus den 1970er und 1980er Jahren und hatten wenige Teilnehmer.⁷

Für eine Blüte ist vor allem eine Studie von 1987 aufschlussreich, denn darin wurde CBN geraucht. Sechs Männer, die Cannabis konsumierten, rauchten im Schnitt 19 Milligramm CBN.⁸ Laut der Übersichtsarbeit steckte das CBN in einer Cannabiszigarette ohne THC. Die Forscher bemerkten keine psychoaktiven Effekte. Gezielt gemessen haben sie das Befinden der Teilnehmer allerdings nicht.⁷

Eine Übersichtsarbeit von 2026 beschreibt CBN als nicht psychoaktiv, mit deutlich schwächeren Effekten auf das zentrale Nervensystem als THC.⁹

Fazit

CBG und CBN klingen ähnlich und haben doch wenig gemeinsam. CBG steht in der Hanfpflanze am Anfang. Aus seiner Säureform entstehen die Säureformen von CBD, THC und weiteren Cannabinoiden. Manche Sorten bleiben bei dieser Vorstufe stehen. Von ihnen stammen CBG-Blüten wie unser Golden Buddha. CBN steht am Ende, denn es entsteht vor allem, wenn THC altert. Eine Blüte mit viel CBN ist deshalb in aller Regel eine Hanfblüte mit zugesetztem CBN. Die meisten Studien am Menschen fanden durch CBN keinen Rausch. Alles Weitere zur Blüte liest du in unserem großen Ratgeber. Wie du sie aufbewahrst, steht im Beitrag zur Lagerung.

Glossar

Weitere Begriffe rund um CBD-Blüten erklären wir in unserem Hanf-Lexikon.

BegriffBedeutung
CannabinoideStoffgruppe der Hanfpflanze, zu der CBD, CBG, CBN und THC gehören. Bekannt sind mehr als hundert davon.
CBC (Cannabichromen)Cannabinoid, das wie THC und CBD aus der Säureform CBGA entsteht.
CBD (Cannabidiol)Nicht psychoaktives Cannabinoid, das in CBD-Blüten den größten Anteil hat. In der Pflanze liegt es zunächst als Säure vor, als CBDA.
CBG (Cannabigerol)Cannabinoid, dessen Säureform CBGA in der Pflanze die Vorstufe der Säureformen von THC, CBD und CBC ist.
CBGA (Cannabigerolsäure)Säureform des CBG. Aus ihr bildet die Pflanze die Säureformen von CBD, THC und CBC.
CBN (Cannabinol)Cannabinoid, das vor allem entsteht, wenn THC altert und oxidiert.
ChemotypEinteilung von Hanfpflanzen nach ihren Cannabinoiden. Typ I bildet vor allem THC, Typ II THC und CBD, Typ III vor allem CBD, Typ IV vor allem CBG, Typ V keine nachweisbaren Cannabinoide.
Genvariante (Allel)Eine von mehreren möglichen Ausführungen desselben Gens. Eine Pflanze hat von jedem Gen zwei, die gleich oder verschieden sein können.
NutzhanfHanf für die gewerbliche Nutzung, etwa für Fasern, Samen oder Blüten. Rechtlich muss er aus einer Sorte des EU-Sortenkatalogs stammen oder höchstens 0,3 Prozent THC enthalten. Der Handel muss gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dienen (§ 1 Nr. 9 KCanG).
OxidationReaktion mit Sauerstoff, etwa aus der Luft. Durch Oxidation entsteht zum Beispiel aus THC das CBN.
THC (Tetrahydrocannabinol)Das berauschende Cannabinoid. In CBD-Blüten ist es nur in Spuren enthalten, die Grenze für Nutzhanf liegt in Deutschland bei 0,3 Prozent. In der Pflanze liegt es zunächst als Säure vor, als THCA.
ÜbersichtsarbeitFachartikel, der keine eigenen Versuche beschreibt, sondern die vorhandenen Studien zu einem Thema zusammenfasst.

Über diesen Beitrag: Seit 2019 dreht sich bei Sanaleo alles um Hanf. Für diesen Beitrag hat unsere Redaktion Fachliteratur und Erfahrung aus dem Handel zusammengeführt, unterstützt von künstlicher Intelligenz. Mehr dazu steht auf unserer Seite Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Sanaleo.

Quellen

  • ¹ Jastrząb, A., Jarocka-Karpowicz, I. & Skrzydlewska, E.: The Origin and Biomedical Relevance of Cannabigerol, International Journal of Molecular Sciences 23(14):7929, Übersichtsarbeit (2022). https://doi.org/10.3390/ijms23147929
  • ² Garfinkel, A.R., Otten, M. & Crawford, S.: SNP in Potentially Defunct Tetrahydrocannabinolic Acid Synthase Is a Marker for Cannabigerolic Acid Dominance in Cannabis sativa L., Genes 12(2):228, Fachartikel (2021). https://doi.org/10.3390/genes12020228
  • ³ Beleggia, R. et al.: Effect of Genotype, Year, and Their Interaction on the Accumulation of Bioactive Compounds and the Antioxidant Activity in Industrial Hemp (Cannabis sativa L.) Inflorescences, International Journal of Molecular Sciences 24(10):8969, Fachartikel (2023). https://doi.org/10.3390/ijms24108969
  • ⁴ de Meijer, E.P.M. & Hammond, K.M.: The inheritance of chemical phenotype in Cannabis sativa L. (II): Cannabigerol predominant plants, Euphytica 145(1-2):189-198, Fachartikel (2005). https://doi.org/10.1007/s10681-005-1164-8
  • ⁵ Maioli, C. et al.: Cannabinol: History, Syntheses, and Biological Profile of the Greatest “Minor” Cannabinoid, Plants 11(21):2896, Übersichtsarbeit (2022). https://doi.org/10.3390/plants11212896
  • ⁶ Milay, L. et al.: Metabolic Profiling of Cannabis Secondary Metabolites for Evaluation of Optimal Postharvest Storage Conditions, Frontiers in Plant Science 11:583605, Fachartikel (2020). https://doi.org/10.3389/fpls.2020.583605
  • ⁷ Corroon, J.: Cannabinol and Sleep: Separating Fact from Fiction, Cannabis and Cannabinoid Research 6(5):366-371, Übersichtsarbeit (2021). https://doi.org/10.1089/can.2021.0006
  • ⁸ Johansson, E. et al.: Single-dose kinetics of deuterium-labelled cannabinol in man after intravenous administration and smoking, Biomedical and Environmental Mass Spectrometry 14(9):495-499, Fachartikel (1987). https://doi.org/10.1002/bms.1200140904
  • ⁹ Kishi, Y., Takumi, I. & Nakajima-Ohyama, K.C.: Psychiatric effects of cannabidiol, cannabinol, and tetrahydrocannabinol: A narrative review of clinical evidence and risk profiles, Psychiatry and Clinical Neurosciences Reports 5(3):e70383, Übersichtsarbeit (2026). https://doi.org/10.1002/pcn5.70383